Immer wieder kommt die Diskussion auf: Anzug ja oder nein? Meine pragmatische Antwort: Bei zwei Optionen lohnt sich der Blick auf Option 3, 4 und 5.

Auf Augenhöhe mit dem Kunden

Wer im feinen Anzug zum Meeting mit Technikern und Ingenieuren der verarbeitenden Industrie erscheint, sendet ein klares Signal: “Ich komme aus einer anderen Welt.” Das ist das Gegenteil von dem, was du eigentlich anstrebst, nämlich zu zeigen, dass du deinen Kunden verstehst.

Bei der Kleidung gilt dasselbe wie bei jeder anderen Interaktion: den Kunden verstehen und ihm auf Augenhöhe begegnen.

Die Antwort lautet also: Es hängt von der Branche und den Entscheidern ab. Im Finanzwesen mag der edle Anzug zu Hause sein. Dort wirken Jeans und Firmenhemd wie ein Ausflug in eine andere Welt. Besuchst du dagegen Kunden in der verarbeitenden Industrie, ist dein feiner Seidenanzug ein Auftritt am falschen Schauplatz.

Die Faustregel lautet: Auf Augenhöhe mit dem Kunden, plus ein Level darüber. Der Overall bleibt dabei Sache des Kunden. In vielen Industrien sind Jeans oder Stoffhose mit Polo oder Firmenhemd genau richtig.

Dein Auftritt beginnt bei der Kleidung und geht weiter

Und jetzt ein Wort unter Männern. Ich schliesse mich dabei ein, ich gehöre zur Truppe. Haarschnitt und Rasur haben wir ziemlich gut im Griff. Beim Rest steckt noch Potenzial.

Ich sehe oft Männer im schönen Anzug, auf dem Kragen liegt ein kleiner Schneefall aus Schuppen. Dazu kommen Fingernägel, die aussehen, als wäre der Nebenjob in einer Kohlemine, sowie Haut und Lippen, als käme man gerade von einer mehrtägigen Wüstenwanderung zurück.

Mindestens Lippenbalsam und Feuchtigkeitscreme gehören ins Morgenritual und dürfen tagsüber gerne aufgefrischt werden.

Deine Hände

Im Kundengespräch zeigen wir gern auf Dinge: auf die Folie, das Muster, die Dokumente. Dann steht dein Zeigefinger im Rampenlicht und der ganze Raum schaut hin. Gönn ihm deshalb einen Termin bei der Maniküre. Was uns Männer da oft an den Händen begleitet, erinnert eher an den Lieblingsknochen meines Hundes. Mit gepflegten Händen bleibt dein Eindruck in guter Erinnerung.

Jede Stadt hat ein Geschäft, das Maniküre anbietet. Geh einfach mal hin. Das Team empfängt dich freundlich, und deine Hände werden es dir danken. Dein Lebenspartner zuhause übrigens auch.

Haltung und Energie

Wir sind viel unterwegs, es gibt Kundenessen mit Apéro, und der Sport rutscht gern ans Ende der Liste. Das Ergebnis kennen wir alle: Man sitzt energiearm im Meeting und sinkt auf den Stuhl wie ein gemütlicher Sack Kartoffeln.

Mein Rat: Nimm dir alle 2 bis 3 Tage 30 Minuten Bewegung. Trainierst du bereits, leg die Hanteln mal beiseite und setz auf mehr Kardio. Der Bizeps bleibt, wie er ist, und dafür bekommst du einen besseren Stoffwechsel und spürbar mehr Energie. Arbeite ausserdem bewusst an deiner Haltung. Schultern zurück, Blick nach vorn, und schon strahlt der ganze Raum mit.

Der erste Eindruck gehört deiner Firma

Du bist das erste persönliche Gesicht, das ein Kunde von deiner Firma kennenlernt. Mit Augenhöhe, Pflege und Haltung wird dieser erste Eindruck zum schönsten.

Und jetzt bin ich neugierig: Was ist dein liebstes Outfit für einen Kundentermin? Schreib es gern in die Kommentare.

Hier zwei Starter- Kits die sich für den Herrn eignen. Ideal auch als Geschenk-Idee! *)

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