Skeptiker und Pragmatiker= Skepmatik

Pragmatismus und skeptisches Denken im Beruf

Zwei Eigenschaften, die nicht oft genannt werden im Vertrieb und schon gar nicht in Kombination.

Der Pragmatiker will vorwärts machen, Schritt um Schritt, lösungsorientiert. Der Skeptiker hinterfragt, bremst vielleicht sogar. Nach vielen Jahren im Geschäftsleben, in unterschiedlichen Funktionen und Positionen, bin ich überzeugt: Die Kombination aus beidem ist Gold wert. Hier zeige ich dir, warum.

Pragmatismus: Die dritte Option suchen

Kennst du das? Ein Meeting, die Uhr tickt, zwei Optionen liegen auf dem Tisch. A oder B. Beide fühlen sich irgendwie nicht optimal an, oder das eine zu gut um wahr zu sein, das andere offensichtlich schlimm.

Hier mein wichtigster Tipp: Zwei Optionen sind oft eine Falle. Es gibt immer eine dritte Option, oder wesentlich mehr.

Sie versteckt sich meistens zwischen A und B, und eine einzige zusätzliche Frage reicht oft, damit sie auftaucht. “Was wäre, wenn wir die positiven Teile von A mit Teilen von B kombinieren?”

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen und die wichtigste Frage stellen: Was ist unser Ziel hier? Sehr oft zeigt sich dabei, dass man das Ziel aus den Augen verloren hat. Mit dem Blick auf das Ziel lassen sich neue Optionen erarbeiten, die vielfach gar nichts mehr mit den ursprünglichen Möglichkeiten zu tun haben.

Wie beim Wandern, wenn man früher mal falsch abgebogen ist und nun die Wahl hat zwischen einer steilen Felswand oder dem Abgrund. Anstelle etwas zu riskieren, lieber etwas zurückgehen und an einem früheren Punkt einen besseren Weg suchen.

Genau das ist der Kern von Pragmatismus. Der Prozess, die Methode, das Vorgehen, das sind nur Werkzeuge. Entscheidend ist, wie wir das Ziel erreichen, nicht welcher der zwei vorgeschlagenen Wege es sein soll.

Skeptisch: Fakten prüfen, bevor man sie übernimmt

Hier kommt die zweite Seite ins Spiel, und sie ist genauso wichtig wie der Pragmatismus. Skeptisches Denken heisst für mich: Fakten überprüfen, diskutieren, hinterfragen.

Zwei Sätze, die mich seit Jahren stutzig machen:

“Das machen wir so, weil der Chef das gesagt hat.”

“Das ist Best Practice, das machen alle so.”

Beide Sätze können völlig richtig sein. Das Problem ist, dass sie als Begründung ohne Fakten keine solide Begründung sind. Eine Aussage von weiter oben in der Hierarchie oder von einem Experten macht eine Idee nicht automatisch richtig.

Ein guter Skeptiker lehnt solche Sätze nicht einfach ab, das wäre genauso unproduktiv wie sie blind zu akzeptieren. Er fragt nach. Welche Fakten liegen dieser Entscheidung zugrunde? Was war das ursprüngliche Ziel? Passt die Ausgangslage von damals noch zu unserer Situation heute?

Beide zusammen: Das eigentliche Erfolgsrezept

Pragmatismus ohne Skepsis führt schnell dazu, dass man Dinge einfach übernimmt, weil es schneller geht. Skepsis ohne Pragmatismus führt dazu, dass nichts mehr vorwärtsgeht, weil alles ewig hinterfragt wird.

Die Kombination ist die eigentliche Stärke: Fragen stellen, Fakten prüfen, und dann zeitnah entscheiden und handeln. Man muss keine Perfektion erreichen, aber danach streben, ganz im Sinne der 80/20-Regel, dem Pareto-Prinzip, das ich in einem späteren Beitrag genauer behandle.

Die dritte Option suchen, statt sich mit einem faulen Kompromiss zufriedenzugeben. Realistische Zeitlinien setzen, statt sich von Wunschdenken leiten zu lassen.

Das ist auch, warum ich diesen Account “skepmatik” genannt habe. Skeptiker und Pragmatiker in einem, ohne Berater-Slang, ohne Coaching-Floskeln. Einfach echtes Business-Leben.

Was ist dein Beispiel für eine dritte Option, die du gefunden hast, als alle nur A oder B gesehen haben? Schreib es mir gerne, ich bin gespannt.?


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