Ein Thema, das spätestens seit Corona in aller Munde ist.
Auf LinkedIn taucht es ständig auf, und fast immer polarisierend. Mir kommt das jedes Mal vor wie das Anfeuern eines Sportteams, egal ob Fussball, Eishockey, Rugby oder was auch immer dein Sport ist, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten. Da ist es völlig in Ordnung, sein Team anzufeuern. Sieg oder Niederlage, Team A gegen Team B.
Warum wir diese Haltung in sachliche Diskussionen übernehmen, oder sogar für politische Debatten nutzen, ist mir schleierhaft. Aber gefährlich ist es allemal.

Die Falle der zwei Optionen
Mein pragmatischer Ansatz: Wenn dir nur zwei Optionen angeboten werden, ist das meistens eine Falle. Es gibt immer mindestens eine dritte Option.
Wichtig ist zuerst zu erkennen, was das eigentliche Ziel ist. Sobald das Ziel klar definiert ist, zeigen sich meist mehrere Wege, es zu erreichen.
Die eigentliche Frage lautet: Wie schaffen wir für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter ein Umfeld, das effizientes Arbeiten in ihrer jeweiligen Tätigkeit ermöglicht? Das sollte doch das Ziel sein, nicht “wir müssen die Büro-Räume füllen”…ein Schelm wer hier andere Motive unterstellt.
Nicht jede Tätigkeit ist gleich
Eine Pflegefachperson kann kein Homeoffice machen. In Produktion, Logistik, Engineering etc ist es je nach Aufgabe schwierig bis unmöglich, weil deren Arbeitsinhalte anders gelagert sind.
Aber dort, wo man ohnehin den ganzen Tag auf einen Bildschirm schaut, in Online-Meetings sitzt und generell am Computer arbeitet? Genau da lohnt sich die Diskussion.
“Zuhause ist man weniger effizient”
Diesen Satz hört man oft: Zuhause arbeite die Person weniger effizient, weil zwischendurch Wäsche gemacht oder ein Spaziergang eingeschoben wird.
Zwei Dinge dazu. Erstens zeigen Studien, dass die Effizienz im Homeoffice deutlich höher ist. Zweitens, und das aus eigener Erfahrung: Ich konnte mich schon lange vor Homeoffice und PCs vor der Arbeit drücken, wenn ich wollte.
Mitarbeitende, die sich drücken, tun das im Büro genauso wie zuhause. Das ist ein Führungsthema, kein Thema der Homeoffice-Debatte.
Der pragmatische Ansatz
Nicht für jeden ist Homeoffice geeignet. Manche brauchen die Distanz zwischen Büro und zuhause, andere haben zuhause schlicht nicht den Platz, um ungestört zu arbeiten oder Meetings abzuhalten. Während Corona gingen Bilder um, von Leuten, die ihre Meetings aus der Badewanne hielten, weil gleichzeitig alle im Haushalt in Calls sassen.
Sich regelmässig im Büro zu zeigen, ist je nach Betrieb in der Regel durchaus sinnvoll bis notwendig. Manche Themen lassen sich persönlich einfach besser klären. Und die Menschen im Betrieb sollen die Gesichter zu den Namen kennen. Mir persönlich hat ein direktes Gespräch mit der Logistik mehr gebracht als mehrere Meetings, um Verzögerungen in einer Abwicklung zu verstehen und wieder in Gang zu bringen.
Was ich von einem ehemaligen Vorgesetzten gelernt habe
Ein Satz, der für mich heute noch gilt: Echte Führung bedeutet, für die eigenen Mitarbeitenden das für sie passende Umfeld zu schaffen, damit zielführendes und effizientes Arbeiten möglich wird. Fernab von Dogmen, veralteten Vorstellungen, und fernab von einer bequemen Lösung, die für alle gleich sein soll.
Was ist deine dritte Option in der Homeoffice-Debatte? Schreib sie mir gerne, ich bin gespannt.
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